Nie eine Schrift wegen ihres Namens waehlen»Ich glaub’, ich bin im falschen Film« dachte sich der
kanadische Schriftexperte, Designer und Hochschullehrer Matt Soar, als er auf
der heimischen Videoanlage die DVD Meet The
Fockers einlegte (dt. Titel: Meine Frau, Ihre Schwiegereltern und ich). Eine
Szene zu Filmbeginn zeigt angeblich die Halle des Chicagoer Flughafen
O’Hare International Airport, ist jedoch leicht als Kulisse zu
entlarven, weil sie mit der alten Mac-Systemschrift »Chicago«
beschriftet wurde. Weiterlesen ...
![]() Nun weiß man ja, dass Drucksachen und Beschriftungen in Filmen meist
frei interpretiert – wenn nicht sogar frei erfunden – sind. Niemand
wird dem Regisseur Jay Roach vorwerfen, dass er die Szene, in der Ben Stiller
mit seiner zukünftigen Braut zu deren Eltern fliegen, nicht am
Original-Schauplatz drehen konnte, dem Flughafen O’Hare in
Chicago:
![]() Flughafenszene aus Meet The Fockers (Quelle: Matt Soar) Dem Filmausstatter muss sich jedoch vorwerfen lassen, das Ersatzgebäude mit einer ziemlich unglaubwürdigen Schrifttype verziert haben zu lassen. Man sieht dem ungeschliffenen Schriftzug nicht nur seine Herstellungsweise an – die Postproduction –, die gewählte Schrift entlarvt die Arbeit darüber hinaus als unüberlegten Schnellschuss. Der Font heißt zwar Chicago (1983 von Susan Kare für die Beschriftung der Macintosh-Menüs entworfen), hat aber sonst keinen Bezug zur Metropole am Michigan-See. Matt Soar schreibt: »It’s design has absolutely nothing to do with the city of the same name. In fact, according to Kare herself, the set of fonts she designed for Apple ›were named after Philadelphia suburbs«, until management decided otherwise.« Die Moral von der Geschicht’: Wähle nie eine Schrift wegen ihres Namens aus! Herausgegeben: Di - Januar 10, 2006 at 12:06 nachm. | |
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